Vorstand

Dr. Nikil Mukerji

Vorsitzender

(geb. 1981) ist Philosoph, Autor und freiberuflicher Berater. Als akademischer Geschäftsführer ist er an der LMU München für den Executive-Studiengang Philosophie Politik Wirtschaft (PPW) verantwortlich. In seiner wissenschaftlichen Tätigkeit befasst er sich besonders mit rationaler Entscheidung und Urteilsbildung. Mit seinen „10 Geboten des gesunden Menschenverstands“ (Springer, 2017) hat er einen philosophischen Ansatz vorgelegt, der es auch Laien ermöglicht, Denkfehler zu erkennen und diese in Alltag, Beruf, Wissenschaft und Politik souverän zu vermeiden. Im Bereich der philosophischen Ethik gehört die Risiko- und Katastrophenethik zu seinen Forschungsgebieten. Mit dem interdisziplinären Forschungsteam des Solon Center for Policy Innovation hat er Anfang 2020 vor der Bedrohung durch Covid-19 gewarnt und Strategien zur Bekämpfung der Epidemie in Deutschland erarbeitet, die er in seinem aktuellen Buch „Covid-19: Was in der Krise zählt – Über Philosophie in Echtzeit“ (Reclam 2020, mit Adriano Mannino) zusammengetragen hat. Für die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) engagiert er sich als Vorsitzender des Wissenschaftsrats für die Förderung von Wissenschaft und kritischem Denken in der Öffentlichkeit.

Nikils Statement zum praktischen Humanismus: „Der Humanismus vereint eine Verpflichtung zu Vernunft und kritischem Denken, einen Verzicht auf esoterische, mystische und magische Gedankengänge sowie eine Ethik, die die gleiche Würde aller Menschen achtet und jeder vernunftbegabten Person eingängig ist. Diese Werte sind keine Selbstverständlichkeit. Gerade in der heutigen Zeit müssen wir sie immer wieder verteidigen – gegen Scharlatane, Pseudowissenschaftler, Verschwörungstheoretiker und Ideologen.”

Lydia Patzak

Stellvertretende Vorsitzende

(geb. 1989) ist angestellte Ärztin in München. Sie studierte Humanmedizin in Hannover und in Frankreich (Rouen, Normandie). Ihr politisches Engagement ergab sich, geprägt durch die naturverbundene Kindheit, bei der Grünen Jugend und Bündnis 90/die Grünen. Später folgte über die Hochschulgruppe der IPPNW e.V. in Hannover die Teilnahme an internationalen politischen Kongressen. Sie übernahm das Amt als europäische Studierendensprecherin bei der deutschen Sektion der IPPNW e.V. von 2012-2014 und arbeitete in ihrer Zeit in Frankreich mit der überparteilichen und säkularen Organisation „jeunes européens“ zusammen. Für die Organisation von internationalen Kongressen in Berlin und Helsinki und im Rahmen des Engagements für die Kampagne ICAN „International Campaign to abolish Nuclear Weapons“ (Friedensnobelpreis 2017) erhielt sie ein Deutschlandstipendium. Im Jahr 2018 begann sie ihre Facharztausbildung in der Allgemeinmedizin in Niedersachsen in einem kommunalen Krankenhaus. Beim HVD in Niedersachsen rief sie zusammen mit dem dortigen Vorstandsvorsitzenden Dr. Sascha Rother 2019 u.a. eine Wanderreihe und einen Literaturkreis ins Leben. 2020 zog sie zurück in die Heimat München.

Lydias Statement zum praktischen Humanismus: „Viren machen Menschen krank – genauso wie Gewalt, Kriege und Armut. Neben guter Pflege, engagierten, ausgebildeten Sozialarbeitern und einer medizinischen Versorgung durch die Ärzteschaft, kann die Kunst und der praktische Humanismus für konfessionsfreie Menschen eine Stütze in Krisenzeiten sein. Ein integrativer Ansatz schwebt mir vor. Diplomatischer Dialog mit Religionsvertretern ist mir wichtig. Nur im friedlichen Miteinander sind wir in der Lage den Klimawandel zu verlangsamen, Menschen in Not aus Kriegsgebieten bei uns aufzunehmen und Pandemien emotional, sozial, sowie politisch zu bewältigen: aus der Vergangenheit für die Gegenwart lernen, lokal handeln, aber global denken; Konflikte friedlich lösen, das ist entscheidend für die Zukunft. Nur so kann unsere Gesellschaft und kann Europa mit den Nachbarländern eine gute, positive und friedliche Zukunft haben. In einer offenen und freien Gesellschaft ist die Frage des Glaubens nicht entscheidend, Menschen werden nicht mehr aufgrund von Religion oder Konfessionsfreiheit diskriminiert.“

Adrian Beck

Beauftragter für Kommunikation

geb. 1994) lebte nach Abitur und Bundesfreiwilligendienst in der Physiotherapie einige Jahre in verschiedenen Ländern Asiens. Neben Ausbildungen zum Masseur und zum Yogalehrer beschäftigte er sich beruflich mit Aspekten des Online- und Social Media-Marketings, neudeutsch als Digital Nomading bezeichnet. Adrian verbrachte zwei weitere Jahre im Nahen Osten, größtenteils in Israel, bevor er 2018 wieder nach Deutschland zog. Mittlerweile schreibt er als freier Journalist für den Humanistischen Pressedienst. In Nürnberg ist er außerdem im Kunst- und Kultursektor engagiert.

Adrians Statement zum praktischen Humanismus: „Angesichts der multiplen globalen Hürden, die die Menschheit im 21sten Jahrhundert zu überwinden hat, muss sich der Humanismus seiner einzigartigen Mediationsfähigkeit bewusstwerden. Die Geschwindigkeit, mit der immer neue Technologien nicht nur unsere Gesellschaft, sondern auch unsere Umwelt verändern, hat die statischen weltanschaulichen Systeme genauso ins Wanken gebracht, wie die Frage nach den ethischen Dimensionen dieser Technologien. Der Humanismus als evidenzbasierte und damit flexible Weltanschauung muss den Raum bieten, in dem die Menschheit gemeinsam eine Antwort auf die Frage findet, wie sie langfristig auf diesem Planeten weiter zu existieren gedenkt.“

Tim Pfeilschifter

Schriftführer

(geb. 1996) ist Innovationsmanager in einem Münchner Medienunternehmen.
Er ist u.a. seit 2014 Mitglied beim Bund für Geistesfreiheit bfg München, sowie bei Bündnis 90/Die Grünen.

Tims Statement zum praktischen Humanismus: Deutschland wird diverser – sowohl politisch, weltanschaulich wie auch ethnisch. Das deutsche Grundgesetz bietet die Grundlage für ein konstruktives Zusammenleben, doch viele Menschen wünschen sich mehr – eine Community, ein Zusammenwirken, wie sie es aus den etablierten Religionen kennen – nur ohne Katechismus, Klerus-Privilegien und geistige Bevormundung. Durch den praktischen Humanismus lässt sich eine gemeinsame, ethische Grundlage zwischen Menschen unterschiedlichster Ethnie, politischer Überzeugung und Weltanschauung aufbauen. Das Fundament für ein friedliches und kooperatives Zusammenleben, das den Herausforderungen der Zukunft gerecht werden kann.

Michael Wladarsch

Schatzmeister

(geb. 1961) ist Diplom Designer und Inhaber von „84 GHz – Raum für Gestaltung“, einer Agentur für Kommunikation und Grafik-Design in München. Er studierte u.a. auch Psychologie und Philosophie (ohne Abschluss), ist verheiratet, und Vater zweier erwachsener Töchter. Er ist der Mitinitiator und Organisator von „Kunst im Karrée – offene Ateliers im gefühlten Schwabing“ und „Kultur im Keller – Jour Fix und Jour Flex“ bei 84 GHz. Lange Jahre war er im Vorstand des Corso Leopold e.V. – bürgerschaftliche Nutzung des öffentlichen Raums in Schwabing – tätig. Er ist Mitherausgeber des Gaudiblattes, gestaltet seit über 10 Jahren Sendungen bei Radio LORA und war Mitinitiator der Sunday Assembly München. Er ist erster Vorsitzender des Bundes für Geistesfreiheit (bfg) München, stellv. Vorsitzender des Bundes für Geistesfreiheit Bayern, sowie Schatzmeister des Zentralrats der Konfessionsfreien (ehemals KORSO e.V.).

Michaels Statement zum praktischen Humanismus: Für mich als Anhänger des Ockhamschen Rasiermessers fällt Gott als mögliches Erklärungskonstrukt dem Einfachheitsprinzip zum Opfer und erweist sich als wenig hilfreich für ein Leben „mit den Beinen fest auf dieser Erde”. Was ist so schwer daran das Unausweichliche zu akzeptieren und die uns umgebende Leere, die Absurdität und prinzipielle Unerklärbarkeit als positive, selbstbestimmte und freiheitsfördernde Chance zu begreifen? Der Mensch ist alleine durch seine Existenz Grund, Ziel und letzte Instanz von Entscheidungen und begründet dadurch seine Moral und Ethik. Toleranz und Mitmenschlichkeit sind die bestimmenden Maximen seiner Handlungen.

Die Trennung von Individuum und Doktrin, von Staat und Kirche ist überfällig. Diese Position und eine an vielen Stellen berechtigte Kritik an ideologischem und religiösen Aberglauben muss in einer immer kirchenferner werdenden Gesellschaft deutlich zum Ausdruck gebracht werden. Dabei dürfen Denkanstöße auch mal weh tun…

Eine humanistische Weltanschauung hat aber auch die Aufgabe eine eigenständige Kultur als Alternative zu den tradierten Angeboten der Kirchen hervorzubringen.

Staff

Tanja Reitmeier

Koordinatorin

(geb. 1973) ist Global Procurement Managerin bei einem mittelständischen Industrieunternehmen, kurz: „ein Zahlen- und Excellisten-Mensch“, wie sie sich selbst beschreibt. Und weiter: „Ich bin Humanistin, genauer gesagt ist das meine Lebenseinstellung. Ich lebe mit meiner wundervollen Familie im Münchner Norden. Ein freies und selbstbestimmtes Leben zu führen ist mir wichtig. Dabei humanistische Grundwerte zu vertreten, eine Selbstverständlichkeit. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, die Welt so gestalten, dass ich sie mit einem guten Gewissen in die Hände meiner Kinder legen kann. Mir ist ein freier Geist heilig, aber nicht der „heilige Geist“. Die Kinder, die heute in die Zukunft blicken, orientieren sich nicht mehr an den religiösen Geschichten von gestern. Sie hinterfragen neugierig und kritisch und nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand. Moral, Ethik und Toleranz sind Werte und wichtige Stützpfeiler die wir, unabhängig von Religionen, vorleben und an unsere Kinder weitergeben sollten.“